Samstag, 20. Januar 2018

{Rezension} Krakonos

In einer hochtechnisierten Welt, in der es kaum noch Natur gibt, entdecken die Brüder Nik und Levi bei einem ihrer nächtlichen Streifzügen einen Raben. Dieser verwandelt sich vor ihren Augen zunächst in einen fremden Mann, kurz darauf nimmt er Levis Gestalt an ... Der echte Levi ist fasziniert von dem geheimnisvollen Gestaltenwandler, der sich “Krakonos” nennt. Doch der sagenhafte Krakonos, auch bekannt als Berggeist Rübezahl, wird erbarmungslos gejagt. Er gilt als unberechenbar und niemand weiß, was er vorhat. Mit ihm geraten Nik und Levi ebenfalls ins Visier der Verfolger und fliehen mit Krakonos. Können Sie ihm trauen?


Figuren
Nik und Levi sind die Hauptfiguren in „Krakonos“. Die beiden Brüder leben getrennt von ihren Eltern in einer Art Internat (Allzu genau wird das leider nicht beschrieben). Während Levi, der Jüngere der beiden, wenig für den Unterricht übrig hat und sich lieber mit der Natur beschäftigt, übernimmt Nik die Rolle des Aufpassers, denn er teilt nicht die Unbesorgtheit seines Bruders.
Zwar werden noch einige Kapitel aus der Sicht von Emma, einer Studentin der Mythobiologie, erzählt, doch würde ich sie nicht als Hauptfigur sehen, da sie erst zum Ende hin wirklich wichtig wird und ansonsten eher die Seite der Verfolger Krakonos' vertritt.
Wo wir auch schon bei der letzten handlungstragenden Rolle sind: Riebe, Rübezahl oder eben Krakonos.- Ein uraltes Wesen, dass plötzlich in die Leben von Nik und Levi platzt und alles (wenn auch eher unbeabsichtigt) auf den Kopf stellt. 

Schreibstil
Da dieses Buch bereits für Kinder (ab 11 Jahre) ist, ist der Schreibstil natürlich einfacher gehalten. Die Sätze sind verhältnismäßig kurz, es gibt so gut wie keine Schachtelsätze und alles wird möglichst einfach erklärt. Klingt vielleicht für ältere Leser erstmal öde, jedoch hat das dem Ganzen keinen Abbruch getan. Ich war beim Lesen tatsächlich überrascht, wie umfangreich alles erklärt wird, obwohl „Krakonos“ mit nichtmal 300 Seiten doch recht kurz ist. 


Inhalt
Zugegebenermaßen haben mich die ersten Seiten ganz schön überrumpelt, denn vor lauter ge-“Qwip“-e wusste ich gar nicht so wirklich etwas mit der Handlung anzufangen. Erst nach einer ganzen Weile wird halbwegs mehr oder weniger erklärt, dass es sich bei dem Ganzen um eine Firma handelt. Ich würde es mit einer Internetgesellschaft vergleichen, so wie Google vielleicht, wobei ich mir da nicht so sicher bin. Allerdings nahm diese Firma und all die Technik um sie dann doch nicht so viel der Handlung ein wie ich befürchtet hatte. Im Großen und Ganzen hatte ich auch anderes erwartet. Nichts Besseres oder Schlechteres, einfach anderes. Denn ich persönlich bin nach dem Klappentext davon ausgegangen, dass Nik und Levi tatsächlich im Berlin der Zukunft zwischen Technik, Metall und Asphaltklötzen leben, dort dann irgendwie diesen Raben treffen und ich das ganze Buch über keinen Baum zu Gesicht bekomme.- Ganz so ist es dann aber doch nicht. Eigentlich ist es sogar ganz anders, denn ein Großteil der Handlung findet in Wald und Wiese statt, was für mich dann doch eine schöne Wendung war, mit der ich nicht gerechnet hätte.
Die Geschichte beginnt mit dem plötzlichen Ausbruch Krakonos' aus seinem bisherigen Versteck. Sofort heften sich Forscher an seine Fersen, die bereits andere Wesen der Mythologie mit Sendern markiert und unter Beobachtung haben. Nik und Levi geraten dabei direkt ins Kreuzfeuer, da Krakonos keine andere Wahl hat, als sie in seine Fluchtpläne mit einzubeziehen. Natürlich ist der tierliebe Levi sofort himmelhoch begeistert von dem Raben, der seine Gestalt zu allem Möglichen verändern kann und beschließt in seiner kindlichen Naivität, ihm zu helfen. So hat Nik gar keine andere Wahl, als mit den beiden zu ziehen und vor ihren Verfolgern zu flüchten, denn alles, was ihm wichtig ist, ist die Sicherheit seines kleinen Bruders. 
Leider hat mir bei dem Ganzen allerdings etwas Tiefgang gefühlt. Natürlich kann man keine hochphilosophischen Theorien in ein Abenteuer für Kinder packen, doch fällt mir rückblickend auf, dass gar nicht allzu viel passiert ist. Das, was der Klappentext dem Leser preisgibt, ist bereits der Haupthandlungsstrang bis fast zum Ende. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass sich der Rote Faden einfach immer mehr aufdröselte und letztendlich vorhersehbar simpel zum Ende führte. Nichtsdestotrotz bin ich sicher, dass jüngere Leser mit den beiden Brüdern mitfiebern und auch von der wunderlichen Welt, in die Krakonos die beiden führt, begeistert sein werden. Und es ist für eigentlich jeden Geschmack etwas dabei: Zukunftsvisionen, Humor, Mythologie, Natur, Verfolgungsjagden und hin und wieder ein bisschen Traurigkeit.

„Ist der Rabe tot?“ Nik wusste auch nicht, wie er darauf kam. Levi konnte Ewigkeiten damit verbringen,  mumifizierte Mistkäfer anzustupsen und ihnen gut zuzureden.
Seite 93

„Ich will es wissen“, sagte Levi. „Ich will es wissen wie die Vögel. Die Vögel wussten gleich, wer du bist. Du warst der Rabe. Ich weiß, dass du der Rabe warst.“
Seite 167

Ein Kinderbuch mit einer tollen Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern auch ein bisschen mehr Respekt vor der Natur lehrt. Hin und wieder allerdings recht schwach ausgebaut.
4/7



ISBN:978-3-407-82322-9

Weitere Bücher des Autors
    



Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!:)

Montag, 11. Dezember 2017

{Rezension} Last Exit - Das Spiel fängt gerade erst an



Kaum ist der Bus angerollt und die Schüler der 8C auf dem Weg in die Schülerfreizeit, erhalten sie eine anonyme Nachricht: Im Bus ist eine Bombe versteckt! Niemand weiß, wer dahintersteckt und was der Unbekannte überhaupt will. Aber eins steht fest: Seine Drohung ist ernst zu nehmen. Valentin ist sich bald sicher, dass der Täter an Bord sein muss. Ein Motiv hätten viele, denn in dieser Klasse brodelt es schon seit langem.

Figuren
Es versteht sich eigentlich von selbst, dass man in einem Buch, das in einem vollbesetzten Schulbus spielt, auch auf viele Personen trifft. Die Autorin hat es jedoch geschickt angestellt und lässt den Leser nur ein paar Charaktere wirklich kennenlernen. Diese teilen sich im Wechsel in die verschiedenen Kapitel ein. Ich möchte an dieser Stelle aber nur zwei vorstellen:
Valentin tritt als Erster auf. Er nimmt sich der Rolle des Ermittlers an, als die Nachricht eintrifft, dass sich eine Bombe in dem Reisebus befindet, mit dem die 8c eigentlich in die Ardennen fahren wollte. Abgesehen davon ist er der Außenseiter der Klasse, welcher sich jedoch im Verlauf der Geschichte behaupten wird.
Sein „Gegenstück“ ist Driss. Er ist derjenige, der die fertigmacht, die ihm im Weg stehen. Dass mehr dahintersteckt als pure Böswilligkeit bemerkt man jedoch auch schnell. Denn durch verschiedene Rückblenden in die Leben einzelner Personen lässt sich leicht in Erfahrung bringen, warum es zu gewissen Situationen in der Klasse gekommen ist. Ein richtiges „Brodeln“, wie es im Klappentext heißt, würde ich es aber trotzdem nicht nennen.
Neben diesen beiden, ich wage es mal zu behaupten, Hauptcharakteren, treten noch viele andere Klassenmitglieder und die zwei Lehrer auf. Auch ein paar von ihnen bekommen ihre eigenen Kapitel und nach und nach ist irgendwann jeder einmal verdächtig.


Schreibstil
Da es sich bei „Last Exit“ und ein Jugendbuch handelt, ist der Schreibstil der Autorin relativ einfach gehalten. Das Buch lässt sich mit 272 Seiten schnell durchlesen. 
Mirjam Mous muss ich jedoch anrechnen, dass sie es tatsächlich geschafft hat, mich immer wieder völlig in die Irre zu führen. Mal ist jeder verdächtig, dann macht es bei niemandem wirklich Sinn, warum ausgerechnet er/sie die Bombe in den Bus geschmuggelt haben sollte. Sie lockt immer wieder auf falsche Fährten und versteckt den wahren Täter bis zum Ende hin wirklich sehr gut.
Leider kam jedoch für mich nie wirklich richtige Spannung auf. Natürlich wollte ich wissen, wer denn nun der Bombenleger ist, doch der Text ist an manchen Stellen doch etwas schlaff dahingeschrieben, weshalb eine wirkliche Panik in der Klasse nie zu spüren war.


Inhalt
Es ist ja bereits bekannt, dass die Bombe nur die Spitze des Eisbergs ist. Jeder im Bus hat sein Päckchen zu tragen und die meisten von ihnen sind wirklich nicht zu beneiden. Und entgegen meiner Erwartungen lauert auf die Schüler eine tatsächliche Gefahr. Denn ich muss zugeben, dass ich lange Zeit nicht geglaubt habe, dass die Bombe echt ist und sich am Ende vielleicht alles nur als schlechter Scherz herausstellt.
Die Autorin hätte ziemlich viel aus der potentiellen Angst der Anwesenden machen können. Echte Panik, Zusammenbrüche oder Lebensangst trifft man jedoch eher spärlich an. Stattdessen liest man viel über die typischen Probleme in der Jugend: Mobbing, der Wunsch, ein Teil von etwas zu sein, Geld, Verknalltheit... Natürlich müssen diese Themen zwangsläufig in einem Bus voller Pubertierender auftreten, doch nehmen sie meiner Meinung nach zu viel vom Inhalt ein. Letztendlich haben mich Titel und Klappentext etwas völlig anderes erwarten lassen.- Nämlich wirklichen Horror. Die Angst davor, dass ein Bus jederzeit in die Luft fliegen könnte hätte alles ausfüllen müssen. Todesangst eben. Stattdessen wirkt das Ganze geradezu heruntergespielt. Leider.

"Bitte, hilf uns!"
Dieser Drecksklasse?
Seite 198


Wäre ich mit anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, hätte es mich vielleicht sogar überrascht. Auch, wenn es bis zum Ende hin ein Rätsel war, wer der Täter ist, kam nie wirklich packende Spannung auf. Schade. Hier hätte die Autorin viel mehr über die Stränge schlagen können. Das Potential war da.

4/7

ISBN 978-3-401-60367-4

Weitere Bücher der Autorin:
    

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Donnerstag, 30. November 2017

Papierverzierer Lesechallenge - Update No. 6


So meine Lieben, Endspurt!
Es ist nicht mehr mal mehr ein Monat Zeit, dann ist unsere Papierverzierer Lesechallenge schon vorbei. (Und da wird mir mal wieder bewusst, wie schnell so ein Jahr vorbeigehen kann...)
Diesen Monat ist sogar etwas passiert, was wir bisher noch nicht hatten.- Kein einzigen Buch vom wundervollen Papierverzierer Verlag wurde gelesen. Habt ihr etwa schon das Sortiment durch? ;)

Ohne viel Herumgequatsche, hier die Punkte:
(Wie immer gilt: Findet ihr Fehler? Schreibt sie mir! 
-> annabellebookwar[at]gmail.com)


Alica: 53 Punkte

Phoenix - Tochter der Asche (PV)
Alice - Follow the White (PV)
Plötzlich Fee
Empire State (PV)
Vita (PV)
Zombies weinen nicht (PV)
Reckless 


Annalena: 10 Punkte

Paket, Das
Rubinmond
Lovesong für dich


Annette: 8 Punkte

Amokspiel
Vor meinen Augen


Anni-chan: 12 Punkte

Polarschattenmagie
Als die Bücher flüstern lernten
Ersehnt  


Anja: 119 Punkte

Phönix – Tochter der Asche (PV)
Als die Bücher flüstern lernten
Plötzlich Banshee
Im Zentrum der Lust
Elfenkind
Rotkäppchen und der Hipsterwolf
Vita (PV)
Es breitet sich aus
Rabenkönigin, Die
Zombies weinen nicht (PV)
Im Zentrum der Lust
Es beginnt
Räuberherz
Exordium
Rebell
Vögelbar
Elanus
Radioactive – Die Verstoßenen
Lupina 1 (PV)
Abbadon (PV)
Geheimnis der Alice Sparrow, Das (PV)

Damit ist Anja als Erste mit allen Büchern durch!
*Runde Applaus*


Bianca: 81 Punkte

Phoenix - Tochter der Asche (PV)
Anno Salvatio 423 (PV)
Prepper (PV)
Ich träumte von deiner Liebe
Entfesselter Tod
Rain Dogs
Vita (PV)
Engel lieben süße Sünden
Zu viel Tod
Ich muss mich erinnern

Verlorene Kinder, Die
Locked In
Alice=Alice (PV)
Große Fang, Der 


Büchermomente: 9 Punkte

Alice-Follow the White (PV) 


Isbel: 46 Punkte

Profilerin, Die
Alice - Follow the white (PV)
Im Bann der zertanzten Schuhe
Eiskalter Atem (PV)
Requia - Heimkehr
Vermählung
Zeitungsenten küsst man nicht
Verborgene Gabe, Die
Glashaus 


Jasmin: 25 Punkte

Phoenix - Tochter der Asche (PV)
Elfenwächter
Rubinmond
Exordium
Elesztrah 2
London 


Jessica: 67 Punkte

Prinz der Elfen
Alaska Heart
Perfect
In Between
Elena & Josh
Rush of Love - Verführt
Verlorene Tor, Das
Ewig dein
Zeitenzauber
Ewig geliebt
Versuchung
Rock my Heart
Exordium
Erinnern
Lunadar
Angel's Guardian
Grey  


Kerstin: 93 Punkte

Phantastische Tierwesen
Alice-Follow the White (PV)
Paper Princess
Illuminae
Eiskalter Atem (PV)
Reich der sieben Höfe, Das
Verborgene Liebe 
Erwählte, Der
Runen-Amulett, Das 
Erwählten von Aranea Hilld, Die
Rebellin, Die
Ein Käfig aus Rache und Blut
Ein Thron aus Knochen und Schatten
Romina - Tochter der Liebe
Licht und Schatten
Alice = Alice (PV)
Graues Herz


Klaudia: 55 Punkte

Palace of Pleasure
Auch Engel dürfen träumen
Im Netz der Nacht
Erwacht
Romy
Vermächtnis
Erbin des Feuers
Report der Magd
Zweimal im Leben
Erde (Reihe: Schattenengel) 
Eve's Geheimnis
Erwählte, Die
Lara
Auch Engel dürfen träumen
Geheimnis der Feentochter


Nathalie: 13 Punkte

Verdammt
Rocky Mountain Life
Gefahr in den Wäldern


Sabrina: 18 Punkte

Alice - Follow the white (PV)
Rodinia (PV) 


Sandy: 32 Punkte

Alice-Follow the White (PV) 
Rußatem 
All about the money (PV)
Rückkehr des Zauberers (PV)


Sofia: 4 Punkte

Im Herzen ein Schneeleopard


Teja: 46 Punkte

Prepper (PV)
Agathe und der Rat der Sieben
Empire of Ink, Die Kraft der Fantasie 
Roter Schnee wird Fallen
Verbundene Seelen
Rodinia (PV)
Zeit mit Dir gewollt und doch verloren
Entschlafen
Lange Weg des Windes, Der 


Valerie: 82 Punkte

Prepper (PV)
All about the money (PV) - ausgetauscht
Im Bann der Elemente
Eternal Darkness
Resurrection Inc. (PV)
Everything everything
Red Queen
Zwei Kontinente auf Reisen
Ich bin der Zorn, Ethan Cross
Reqiuem
Romanows, die
Verwunschene Prinz, Der
Rauklands Sohn
Lament
Alice-Follow the White (PV) 
Gelöscht



Vorleser: 56 Punkte

Path of Destiny, The
Age of Myth
Path of Decision, The
Invisible Library
Evil Genius
Reckoners 
Very English Scandal, A
Ember in the Ashes
Riyria Chronicles
Initials Only
Escape from Mr Lemoncello's Library  
Last Song Before Night
Alchemist, The 
Giordano Bruno


Zsadista: 80 Punkte

Prepper
Alice-Follow the White (PV)
Planetenjäger
Inspector Swanson und das schwarze Museum
Extinction
Radleys, Die 
Erwachen, Das
Retter der verlorenen Zeit - Timeless
Zapfing
Ins Herz
Rubbel die Katz oder wie man Wasser biegt
Elric
Vakuumsprung
Empire of Storms
Lesereise in den Tod
American Assassin
Ghostwalkers (PV)



Dienstag, 21. November 2017

{Rezension} Die Blausteinkriege 2 - Sturm aus dem Süden



FÜRCHTE DIE MACHT DES BLAUSTEINS

Das Kaiserreich Berun ist in seinen Grundfesten erschüttert. Am Hof regieren Intriganten, der Kaiser ist schwach, und im Süden probt das Protektorat Macouban den Aufstand. In diesen Wirren schlägt die Stunde ungewöhnlicher Helden. Der Schwertmann Marten, die Spionin Sara und der in Ungnade gefallene Danil machen eine Entdeckung, die ihr Schicksal und das von Berun ins Ungewisse stürzen wird. Denn ihr wahrer Feind gibt sich jetzt zu erkennen.

Zwei dunkle Schiffe kreuzen vor den Küsten des Südens …


↠  Figuren ↞
Im Vergleich zum ersten Band (hier meine Rezension) hat sich, was die Personenanzahl angeht, nicht allzu viel verändert, weshalb ich euch hier nur einmal meine liebsten vorstellen möchte. (Alles Weitere wäre sicherlich sowieso ein zu großer Spoiler.)
Thoren ist immer noch der taktische Puppenspieler, der er auch in „Das Erbe von Berun“ war. Allerdings bekommt er in diesem Teil viel weniger Aufmerksamkeit. Der Fokus schwenkt auf ehemalige Nebencharaktere, die nun die Geschichte vorantragen.- Eine nette Abwechslung, wobei Thoren und Sara, seine Verbündete, ruhig ein paar mehr Seiten hätten gewidmet werden können. Vor allem Sara hat sich seit ihrem ersten Auftritt in den Blausteinkriegen weiterentwickelt und ich hätte sie gern öfter so erlebt, wie sie geworden ist.
Und dann hätten wir da noch Meister Messer, den ich von Anfang an wegen seiner schrulligen Art sehr mochte, auch, wenn er eigentlich eher ein Antiheld ist. Er steht auf der Seite von dem, der am besten bezahlt oder ihm am meisten von Vorteil ist und außerdem ist er nicht gerade unbeteiligt an mehreren Schicksalen. Vielleicht macht ihn gerade das so spannend.
Im Großen und Ganzen ist in den Blausteinkriegen sowieso kein Platz für schillernde Helden. Alle Figuren auf die man trifft haben irgendwo wenigstens ein bisschen Dreck am Stecken.

↠  Schreibstil ↞
Die Autoren haben wenig Schönes in Tertys, der Welt der Blausteine, gelassen. Tatsächlich ist der besagte „Sturm aus dem Süden“ mehr als spürbar. Es findet kein klassischer „Gut gegen Böse“-Konflikt statt, sondern einfach ein allgemeiner Kampf ums Überleben. Ganz nach dem Motto „Fressen und gefressen werden“.
Im Gegensatz zu Band 1 finden in diesem Teil der Trilogie deutlich öfter lange Konversationen um bestimmte Themen statt. Da diese jedoch mit einem gewissen Charakter geschrieben sind, liegen sie nicht so schwer im Magen wie es sonst im High Fantasy immer wieder der Fall ist.

↠  Inhalt ↞
Man sollte definitiv den ersten Band kennen, um den zweiten verstehen zu können.- Allein schon, um nicht völlig überfordert zu sein, wenn die ersten politischen Debatten beginnen und der bereits (gefühlt) hundertste Charakter vorgestellt wird. Wenigstens hatte ich nie den Eindruck, eine Figur wäre besser ausgeblieben, da sie alle ihr kleines Stück zum Voranschreiten der Handlung beitragen.
Was mich besonders gefreut hat: Man lernt in diesem Band viel mehr über die Hintergründe des Blausteins und wo er eigentlich herkommt. Und auch die Talente, die diese Droge stärkt, werden genauer erklärt und unzählige neue vorgestellt.
Jedoch geht es schon lange nicht mehr nur um den seltenen Blaustein, sondern auch um die gesellschaftlichen und politischen Spaltungen, die unter anderem wegen ihm entstehen. Diese ziehen sich mitsamt clever gesponnener Intrigen durch wirklich alle Schichten und manch einer gibt dabei große Geheimnisse preis. Es braucht nur wenige Seiten, um alles was vorher war, in ein komplett neues Licht zu rücken und ab der Hälfte des Buches habe ich die ganze Geschichte sozusagen nur noch inhaliert. Denn während die ersten 300 Seiten eher dahingeplätschert sind, bauschen sich die folgenden enorm auf. Die ohnehin schon stellenweise blutige Story nimmt eine gewisse Finsternis und Grausamkeit an.


Hunde waren loyal, solange man sie fütterte. Marten war sich nicht sicher, ob das ein Zeichen von Dummheit oder Schlauheit war. Auf jeden Fall unterschied es sie nicht sonderlich von einigen Menschen, die er kannte.
Seite 376

"Ist das das Ende der Welt?"
"Falls es das sein soll, dann war der ganze Mist davor das billigste Bühnenstück, das ich je mit ansehen musste."
Seite 450


Zwar zieht sich der Anfang, doch nach und nach setzt sich ein spektakulärer zweiter Band zusammen.

5/7






ISBN: 978-3-453-31706-2
Zur Website der Autoren

Die ganze Trilogie

Die Blausteinkriege: Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von ... Ankündigung: Die Blausteinkriege 2 – Sturm aus dem Süden ... Die Blausteinkriege 3 - Der verborgene Turm | Lesejury

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!